Seele und Weisheiten

copyright by Konni Br.


Mitten im Leben

...stehe ich und blicke mich um
meinen Zenit habe ich erreicht
was hinter mir liegt
erkenne ich deutlich
den Nebelschleier vor mir
schiebe ich sachte beiseite
Staunen erfüllt mich
beim Rückblick auf manche Irrwege
einer Achterbahn gleich

herausgeschleudert
wachgerüttelt
im Niemandsland
barfüßig durch die Wüste
und doch überstanden

unendliche Weite liegt vor mir
sie verschlägt mir den Atem
doch wachsam und neugierig
ertaste ich neuen Grund
suche mir Weggefährten
deren Seelen dasselbe Lied singen
den Lebensreichtum im Sein teilend
den Augenblick genießend
dem Neuland entgegen







Ausbruch

...aus dem
was dich gefangenhält
Gegenwehr gegen das
was dich nicht loslässt

Untiefen
die du in dir entdeckst
Kraftquellen
die dich zu Neuem gebären

Aufbruch zu Neuland
das dich erwartet


Zeichen und Wunder

Es gibt Tage
da fühlst du dich
von Gott und der Welt
verlassen

es scheint für dich
keinen Ausweg
kein Licht
am Ende des Tunnels zu geben

eine Türe nach der anderen
schlägt vor dir zu
du ergibst dich in Traurigkeit
und Hilflosigkeit

doch tief in dir
findest du zur Ruhe
gewinnst langsam
neue Kraft und neuen Mut

du öffnest dich
und erlebst
es gibt sie noch
die Zeichen und Wunder


Sterben lassen

Wer Neues erleben will
muss Veränderung
wollen

wer neu aufleben will
muss einen Teil
sterben lassen


Glück ist...

...einen Schmetterling auf der Hand
mein Kind in den Armen
der Morgengruß einer Amsel
warmer Sommerregen auf der Haut
eine zarte Melodie im Herzen
eine duftende Rose im Haar
befriedigt einschlafen
dich gefunden zu haben


Entwurzelt

Mensch
wer bist du

kannst du noch träumen
erfüllen dich noch Sehnsüchte
hast du noch Ziele

oder bist du schon längst
entwurzelt
entzaubert

entlebt


Authentisch leben

Sehen wollen
was wir sehen
erkennen wollen
was wir erkennen

laut werden
wenn uns die innere Stimme dazu aufruft
handeln wollen
wenn wir die Notwendigkeit erkennen


Auf der Suche

Wohin wohl
wird dein Weg dich führen

weißt du denn
was du dir eigentlich wünschst
verstehst du
die Signale deiner Träume
bist du bereit
die Folgen zu leben

wundere dich nicht
wenn sich nichts ändert
geh in deine Mitte
und spüre dir nach
wie sonst willst du wissen
was für dich jetzt dran ist

lass dich öffnen
für deine Wahrheit
sei achtsam
im Umgang mit dir selbst
erkenne deine Talente
um sie freudig einzusetzen

denn du kannst nur ernten
was du gesät hast
wirst nur leben können
wozu du bereitet bist
und jede Erfahrung
wird deine Weisheit bereichern


Mit allen Sinnen

Mit den Augen der Seele
Achtsamkeit und Tiefe erlernen
mit den Ohren der Aufmerksamkeit
Lebenslieder und –schreie wahrnahmen
mit den Lippen
Wahrheiten und Liebe bekennen
mit der Haut
Sinnliches erspüren

mit allen Sinnen
in Harmonie leben


Orgelspiel

...erfüllt die Kirche
berührt die Hörer
ergreift die Seelen

mein Körper
wird zur Tastatur der Sinne
erlebt Leichtigkeit
Lächeln
Helle
zum Fliegen bereit

dann
erfasst von Erregung
Übermut
Farbenvielfalt

plötzlich
ein Fall in die Tiefe
schier endlose Schmerzen

mein Körper
wird zum Klangkörper der Musik
am Ende
gereifter
erleuchteter


Das Unterbewusstsein

...arbeitet am Liebsten
wenn wir schlafen
trennt die Spreu
vom Weizen

wieder erwacht

sind wir in der Lage
intuitiv
die richtige Entscheidung
zu treffen


Fallen lassen

Lass es fallen
was längst
nicht mehr deines ist

lass dich reinigen
von deinen Oberflächlichkeiten
die dich unerträglich jucken

lass endlich
das Neue entstehen
das längst in dir reift


Zu Ende oder Weitergehen

Zu Ende
ein Moment der Unachtsamkeit
löscht dich aus

zu Ende
eine Orkanboe - ein Baum
begräbt dich

zu Ende
Kampf gegen Krankheit
verloren

zu Ende
oder Weitergehen

was hast du geglaubt?


Regenbogen

Nehmt mich mit
ihr dahineilenden Wolken
fliege weit hinauf
geliebte Seele

atme Freiheit und Leichtigkeit
lebe Vereinigung mit allem
was dich umgibt
gleite dahin wie ein Vogel
und kehre nicht zurück
bevor du
am Ende des Regenbogens warst


Stille

In stillen Stunden
der Schein einer Kerze
sanfte Klänge der Musik
der Geruch von Duftöl
ein vielsagendes Gemälde
eine aufklarende Vision

innehalten
Ruhe finden
Frieden fühlen

Körperwärme
Entspannung

neu bereitet
zum Weitergehen


Labyrinth

Manche Wegstrecken
sind wie ein Labyrinth

Du verlierst dich
irrst planlos umher
schaust angstvoll zurück

aber nur die Tiefe deiner Mitte
bringt dich geläutert wieder hervor
nur dort kannst du erkennen
und weiterfinden


Verdeckt

Manchmal fehlt dir einfach der Überblick
verdeckt ist das Danach
weglos steckst du im Jetzt

doch kannst du nicht
das Morgen vor dem Heute leben
dafür ist deine Zeit nicht reif




Untiefen

Leer ist die Wüste
weit ist der Weg
nichts habe ich mitgebracht
was werde ich finden

hart ist die Einsamkeit
schier endlos mein Seelenlabyrinth
langsam ertaste ich mein Innerstes
erlebe meine Untiefen

achtsam tauche ich ein
erstaunt und neu sehend kehre ich zurück
ruhig verlasse ich die Einsamkeit
neu gestärkt gehe ich meinen Weg

bald komme ich zurück
suche neu meine Stille


Eigentlich

...will ich wild wachsen
wie ein herrenloser Baum
mich räkeln und strecken
wie es mir gerade gefällt
immer der Sonne entgegen
tief wurzelnd in Feuchte

wenn du willst
schenk ich dir kühlenden Schatten
fächle dir ein bisschen Wind zu
male Lichtspiele auf deinen Bauch
und beschütze dein zartes Sein

Eigentlich passe ich gar nicht hierher
alles ist so schrecklich gepflegt
doch ich bin schon alt
und niemand will mich fällen

bin ein Nistplatz für viele
und Unterschlupf für Liebende
verströme Frieden und Natürlichkeit

Eigentlich kannst du mich nicht verfehlen
wenn du mich wirklich suchst
frag den Wind und die Sonne
selbst der Mond zeigt dir den Weg
hör auf die Nachtigall in meinen Wipfeln
oder dem Liebesgeflüster unter meinen Zweigen

du wirst mich finden
vielleicht auch dich
wenn du dich wirklich suchst


Für Papa

Wie ein kostbarer Schatz
warst Du für mich lange vergraben
wie eine Schatzsucherin
habe ich Dich lange und überall gesucht

aber meine Suche
war bis heute vergeblich

es waren die falschen Orte
es waren die falschen Menschen
es war zur falschen Zeit

jetzt sind wir
endlich reif füreinander
endlich da füreinander

wie ein Wunder
war die erste Begegnung
wie ein Wunder
dieses Urvertrauen
diese Zuneigung
wie ein Wunder
die Übereinstimmungen
die Ehrlichkeit

gemeinsam haben wir ihn gefunden
diesen wundersamen Schatz
nach 40 Jahren der getrennten Suche


Es kommt der Tag

Nein
ich werde mich nicht mehr verstellen
mich nicht mehr aufstylen
möchte nicht mehr jedem alles sein wollen

ich habe es satt
auf dem Jahrmarkt der Gefühle mich bloßzustellen
eine Nummer abzuziehen
mich selbst zu verleugnen

zu tief sitzen Enttäuschungen
die Angst
vor Versagen und Zurückweisung
vor neuen Hoffnungen und neuem Verlassensein

irgendwann werden wir uns erkennen
ohne viel zu fragen
uns einander einfach schenken
ohne falsche Sicherheiten

es kommt der Tag
da werden wir sehen


Alltag in Kunst

Sehen und gesehen werden
Kontakte knüpfen
Angebote hier
Entgegenkommen da
small-talk allenthalben
ein Gläschen Wein gefällig
auf Kosten des Hauses
versteht sich
Kunst an den Wänden
musikalisch umrahmt
Appetithäppchen zur Abrundung

Kunstverstand ja
hier und da
die einen kritisch
andere auch anwesend
Neuland für mich
die Sinne offen
empfindsames Hineintasten
neu beeindruckt

Alltag in Kunst
sehen und gesehen werden
Kontakte...


Lebensbaum

Sagt doch
warum darf ich nicht kosten
von den edelsten Früchten des Lebensbaums

sagt mir
warum kann ich nicht haben
was andere bereichert

sag mir
warum kann ich nicht fliegen
wie ein Vogel im Wind

sag
wo finde ich das Paradies der inneren Zufriedenheit
in dem es nichts mehr zu ersehnen gibt


Wie eine Lawine

Heute hab‘ ich sie
alle wieder gesehen
die für mich jahrzehntelang
kaum erreichbar waren
und doch
Gesichter verändern sich kaum

traurig war der Anlass
wie so oft
wenn man sich selten sieht

und wieder ist sie da
diese Offenheit
diese Herzlichkeit
die alle Gräben überwindet
losgetreten wie eine Lawine
die nichts anderes zulässt


Kein zurück

Neue Chance
ein neuer Weg
dunkel danach

nichts ist sicher
was wird mir begegnen
will ich es wagen

es gibt kein zurück


Wo bleibt der Mensch

Berufstätigkeit

ist gefragt
Familienfrau sein
unterbewertet
Lyrik schreiben
als Hobby entlarvt
Leistung
zählt alles
Gehaltskategorie
als Sicherheit
Authentizität
ist Luxus

wo bleibt eigentlich
der Mensch


Angekommen

Endlich angekommen
rastlos suchend
fragend alleingelassen
ziellos dahintreibend
hoffnungslos verirrt

endlich angenommen
wortlos umarmend
ehrfürchtig tiefbewegt
tränenerstickt annehmend
wundersam öffnend

endlich weiterkommen
befreiendes Aufatmen
Gleichheiten erspüren
glückseliges Lachen
dankbares Aufwärtsschauen


Komplimente

...über die eigene Schönheit
sie tun unendlich gut

und doch spiegeln sie mein Sein

selbstgewählte Freiheit
manchmal ja
Hunger nach Zweisamkeit
überwiegend
Suche nach Erfüllung
täglich


Spontan

Ich liebe es
spontan zu sein
nicht unvernünftig
nicht grenzenlos

sondern Hörende
auf die Seelenstimme
auf die wilde Wissende
in mir

einfach zulassen
dem Inneren gehorchen


Der Generationen-Rap

Nur eine Frage
des perfekten timings
sagen sie:

Geburt
Stillen
Windeln
Wiegen
Babypause

Tagesmutter
Teilzeitjob
schnelle Küche
kurze Nächte
Putzhilfe

Ganztagskinderhort
Fortbildung
Haushaltshilfe
Kinderturnen
Kulturelles

Babysitter
Einschulung
Ehrenamt
Hausaufgabenbetreuung
Karriere

Au-pair-girl
Musikunterricht
Sport-AG
Essstörungen
Konzentrationsdefizit

höhere Schule
Nachhilfe
Zugehfrau
Tennisunterricht
Köchin

PC-Spiele
Fulltime-Job
Schlafstörungen
Vereinsarbeit
Pubertätskrise

Erste Liebe
Designerklamotten
Joints
Autoausleihe
Technoparties

Vorstandsmitglied
Ausbildung
Eigenauto
Politkarriere
Eigentumswohnung

Familientreffen
Depression
Eigenheim im Süden
Schweizer Konto
Partnerschaftskrise
Alkohol
Diplom

Hat doch alles
ganz gut funktioniert

oder nicht?


Ich

Ich bin
wie ich bin

heute so
und morgen anders

das ist Leben
ich


Verdeckte Quelle

Du hetzt durch die Straßen deines Lebens
immer höher den Weg des Erfolgs
immer enger dein Weg der Anforderungen
immer unbequemer deine Maskerade nach außen

wo ist sie nur geblieben
die Bank zum Ruhen
wo nur der Ort
an dem du wahre Liebe findest

am Vertrocknen ist der Brunnen vor deinem Haus
verloren die Freuden vergangener Tage

doch steig hinab in die Tiefe
entdecke den schweren Stein
der deine Quelle verdeckt
beseitige ihn auch unter Schmerzen

und du wirst es wieder finden
das unendliche Sprudeln
das dir Glück bereitet
und deinen Durst stillen kann

wenn du viel Glück hast
wirst du staunend erleben
wie sich dies Wasser in Wein verwandelt
als Zeichen wahren Genusses


Mein Spiegel

Es gibt Tage
da fällt es mir schwer
in den Spiegel zu schauen
den du mir hinhältst

es erschreckt mich
zu Erkennen
was ich sorgsam verdeckt habe

noch bin ich nicht reif
alle Veränderungen zu ertragen
zu offen zeigst du mir mein Innerstes
es gibt kein Entrinnen

doch vielleicht schon morgen
bin ich stark genug
meinen Weg zu gehen
den ich nun sehe

geh nicht fort
mein Spiegel
ich komme wieder


Scheideweg

Unterwegs bin ich
jahrein jahraus

müde meine Füße
vom harten Asphalt

endlich angekommen
am Scheideweg

erlöst gehen meine Füße
den natürlichen Weg

immer weiter


Stein des Anstoßes

Manchmal bin ich der Stein
an dem du dich stößt
manchmal der Stein
der Wasser entzweit

manchmal der Stein
der Edles verbirgt
manchmal der Stein
der dir den Weg weißt

manchmal der Stein
in den du deinen Namen ritzt
manchmal der Stein
der unter dir zerbröckelt


Jugend im Alter

Altern
hängt nicht ab
von Falten und Zahlen

schau
in den Spiegel
der Wahrheit von heute

erblasst du
beim Anblick
besinn dich und ändere

leuchten
deine Augen
erkennst du Jugend und Glück


Kein Wort zuviel

Kaum formten meine Lippen
das erste Wort
quoll meine Seele über
vor Begeisterung

als die junge Familie zerbrach
wurde ich wortlos
in mein Zimmer gesetzt
und hielt mir die Ohren zu




zu lange fand ich
keine Worte mehr
für all die Gefühle
die Sprache ersetzen

sie wollten
kein Wort mehr hören
wenn ich je wagte
über die Stränge zu schlagen




selten kamen mir
die Worte leicht von den Lippen
wenn ich gefragt wurde
und um Antwort rang

selbst als ich um Gnade bat
für die Liebe zu jung
brach ich
mit leisen Worten zusammen




wieviele Liebesworte
waren geheuchelt
und ließen mich
innerlich schreiend zurück

dann begegnete ich Menschen
die machten viel zu viele Worte
redeten andere zu Tode
oder mich an die Wand




doch eines Tages
fand ich meine Worte wieder
und schrie
ES IST SCHLUSS - NIE MEHR, WIE ES WAR




und heute weiß ich
das Schweigen ist tot
wenn ich in deinen Armen liege
und du mir deine Liebe gestehst

denn meine Seele quillt über
vor Begeisterung
kein Wort ist zu viel und nie ohne Herz
weil endlich ich lebe


Tanz auf dem Vulkan

Er
lauscht
den ersten Klängen

ein eigenartiges Leuchten
huscht
über sein Gesicht



sie
steht
schon parat

ein merkwürdiger Zauber
beginnt
sich zu drehen



sie
tanzen
stilistisch perfekt

zwei einsame Marionetten
erkalten
auf einer Vulkaninsel



Wenn Kinder gehen

Wenn Kinder gehen
die Nabelschnur erneut zuckt
bleiben wir Alten zurück
mit lachend-weinenden Augen

wenn Kinder gehen
schrittweise alleine
winkt Abenteuer und Freiheit
jenseits der heimischen Höhle

wenn Kinder gehen
die man nicht festhält
kehrn sie gerne zurück
neu bereitet für ihren Weg

wenn Kinder gehen
müssen sie stolpern und aufstehn
sich selbst ein Rückgrat schaffen
um aufrecht zu gehn

wenn Kinder gehen
geht mit ihnen unser Vertraun
doch bleibt immer die Liebe
und ein leerer Platz in der Höhle



Patchwork-Familie

Du hast nicht verstanden
was wir immer erwünscht
hast mit Füßen getreten
was wir gerne geboten


du kannst nicht zurückgeben
was du oft schon beansprucht
versuchst zu trennen
was zusammengehört


du fühlst nicht dasselbe Blut
obwohl selbstlos für dich da
hast einfach vergessen
wo Geborgenheit dir alles war


du bist blind für unsere Wunden
hast wieder unseren Bogen überdehnt
oft genügt ja schon ein Zeichen
jedoch Liebe braucht Nehmen und Geben



Eifersucht

Eifersucht
ist nichts anderes
als eine Folge
von
Unsicherheit
Misstrauen
und Verlustangst


Ist das
nicht menschlicht?



Seelenberührung

Berühre
die Seele
eines anderen
und
Du hast ihn
für Dich
gewonnen



Die Dichter-Figur

Da sitzt er nun
der Denker
gedankenversunken
auf einem einfachen Hocker
dieserart rundgeworden
mit seinem Gestühl


er geht in sich
und schweigt
bis er gefunden
wonach er gesucht
und es ihn drängt
aus sich herauszugehen


so sitzt er nun
der Denker
gedankenversunken
auf seinem Hocker
um eine Form zu finden
Gefundenes zu teilen



Einzigartig

Keine Blume
wie die andere
kein Mensch
wie der andere


Sieh die Schönheit
der Rose
natürlich und anmutig
ein Geschenk Gottes


Sieh in den Spiegel
deiner Seele
erkenne natürliche Schönheit
ein Geschenk der Liebe



Tagträume

Tagträume
sind Vorstellungen
wie es
hätte sein können


Zeitweise
ist es besser
wieder aufzuwachen




Selbst-Suche

Er war noch jung und unerfahren
seine Wege ziellos und schlangenlinienartig
Ein beliebter Clown und Zauberkünstler
der verletzliche Gefühle kaum zulassen konnte


So begegnete er einer jungen Frau, Gleichklang empfindend
die ihm alles war, ohne sich selber zu verlieren
Sie hatte gefunden, wonach sie sich sehnte
angekommen auf ihrem Weg, ein Meer von Gefühlen


Sie war sein Traum, doch schier nicht zu erreichen
Was konnte er bieten, wer war er denn eigentlich
Nicht reif für Liebe, Bestand und Verantwortung
musste er sich trennen, sich selber zu finden


Doch verlieren mochte er sie nicht, die ihm alles war
Er spielte auf Freundschaft als Anker auf seiner Suche
Ihr Weg war zu Ende, zu verschieden ihr Sein
War es nicht gestern noch schier endlose Liebe?


Sie blieb alleine zurück, tief verwundet und bodenlos
Zu viele Fragen und nicht erfüllbare Hoffnungen
Sie ließ ihn ziehen, das Leben zu lernen
und musste doch selbst erst wieder stehn und weitergehen



Seifenblase

Ich bin was ich bin
wie ein Netz aus Farben
Kannst dich in mir spiegeln
und verlieren in mir


Ich bin wunderschön
funkle wie ein Regenbogen
Vom Wind fortgetragen
bald nicht zu erreichen


Ein Ast war mein Tod
erschrocken stehst du da
Hab dir nie mehr versprochen
war doch nur eine Seifenblase




Der Mensch im Kokon

Er ist gefangen
freiwillig da drinnen
in diesem Kokon
glaubt an Schutz und Wärme


Will einfach nicht raus
baut selbst neue Hüllen
Hat einfach Angst
vor Zerbruch und Verletzung


Hier drin ist er Clown
kannst ihn gerne besuchen
Zu eng zwar für Zwei
aber lustig und bunt


Irgendwann wird er sterben
Kokon oder Clown
zerfallen oder einsam
Was wird sich entfalten




Der blinde Eigengönner

Ein Gönner, der sich gern viel gönnte,
ob Ruhm, ob Ehre, Auto, Weib,
verwundert sich im Alter plötzlich
ob des Alleinseins, trotz viel Geld


Da gab es niemand, ders ihm recht macht,
ob Weib, ob Kinder, Nachbar, Freund,
perfekt war er nur, ganz alleine -
nun ist der Glanz ab - böse Welt


Verteilt hat er, wo Gunst ihm winkte,
an Weib, an Sohn - der Enkel viel,
doch nie im Notfall, um zu helfen,
von Liebe hat er nie erzählt


Nun liegt er da, zum Sterben elend
ob bittrem Herzen, einsam, krank,
erpresst mit Trotz die Nähe andrer
schließt aus sich von des Lebens Sinn


Bald wird er tot sein, das ist sicher,
ohn Lieb, ohn Reichtum, Ehr und Ruhm,
fängt er nicht endlich an zu lernen,
nicht sich nur sehn - für andre blind




Vergib, meine Seele

Wo komm ich her
wo geh ich hin
geh in meine Tiefe
und frage WARUM


Wie oft bin ich nur
im Kreise gegangen
fand keine Lösung
der Wege zu viele


Was hab ich getan
eh ich fast versank
Grashalme zu schwach
sucht die rettende Hand


Wie Viele hab ich verletzt
eigne Seele voller Narben
mancher Weg war falsch
geh oft verunsichert neue


Wo finde ich Antwort
was richtig, was falsch
such doch nur Liebe
wie ein schutzloses Kind


Verzeiht, ihr Wegbegleiter
wo ich lieblos euch behandelt
würds gern rückgängig machen
für Vieles zu spät


Es wird endlich Zeit
mir selbst zu vergeben
weiß noch nicht wie
such festen Boden




Auseinander-Setzen

Worte
oft nur Schall und Rauch
besser nie gesprochen


Gedanken
oft nur Verletzung und Hass
besser nie gedacht


Gefühle
oft nur Blendung und Illusion
besser nie gefühlt




Das Leben danach

Zerfressen von Schuld
auch wenn sie verziehen
zu viel hat gestreut schon
die Seele gibt auf


Nun lebst Du in Frieden
auf der anderen Seite
und wir stehn am Ufer
vermissen Dich sehr


Bald gehen wir weiter
doch weiser geworden
hinterfragen uns selber
verurteilen nicht mehr




Gedankensammlung um Schuld

...und ewig ist die Schuldfrage
...warum können wir nicht Tiere sein
...einfach animalisch leben
...frei von Sorgen und schlechtem Gewissen
...sind Menschen mit Herz und Verstand
...alles ist so kompliziert
...man kann nicht rücksichtslos in den Tag leben
...Genuss muss man sich verdienen
...auch Liebe gibt es nicht bedingungslos
...wir sind hier um zu lernen, zu hegen und zu pflegen
...und täglich werden wir schuldig, wenn wir es nicht getan haben
...ich will nicht ständig an irgend etwas oder irgend jemand schuldig werden
...möchte leicht und frei sein wie ein Vogel im Wind
...aber auch das ist nur Illusion
...möchte entschulden erleben, das würde mich freier machen
...o Gott, sei bitte gnädig und hilf uns, aufeinander zuzugehen, wo unser Verstand blockiert
...und schenk uns doch mehr Frieden, damit Vieles leichter wird
...wir schaffen das nicht so alleine, wir sind doch nur Menschen




Glück für andere Tage

Der ist glücklich
der Schätze gesammelt hat
wie
Farben und Licht
Wärme und Liebe
Freiheit und Leichtigkeit
Blumen und Muscheln
Träume und Sterne
für
andere Tage




Rück-Sicht

Rücksicht aus Einsicht
aus Zugeständnis aus
Liebe aus Egoismus
aus Angst aus
Verlassenheit aus Unterwerfung
aus Rücksicht




Sehnsucht trifft Frieden

...und was wird sein
wenn der Rand einer Sehnsucht
erreicht ist
fällt man hinein
in diesen Tiegel
hört sehnen jemals auf
fängt zufrieden sein jemals an
oder ist es
ein immer währender Kreislauf
bis wir alle Antworten
gefunden haben
?





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Zuletzt geändert am 15.08.2009
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Koralle 2009